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Das integrachart® als Diagnose- und Dokumentationstool für ein arbeitsmarktorientiertes Case Management
Das integrachart® ist ein Anamnese-/Diagnose- und
Dokumentationstool für arbeitsmarktpolitische Trägerorganisationen, die ein
arbeitsmarktorientiertes Case Management
anwenden. Das integrachart® ermöglicht eine detaillierte
Analyse und Bewertung von Arbeitsmarktintegrationsbarrieren und wirksamen
Unterstützungsformen bei besonders arbeitsmarktfernen und exklusionsgefährdeten
Personen.
In der Entwicklung des integrachart®
griff Prospect Unternehmensberatung auf das von Peter
Pantuček für die Sozialarbeit erarbeitete Inklusions-Chart 2 (IC2) zurück
und adaptierte dieses für den arbeitsmarktpolitischen Kontext. Das Inklusions-Chart
versucht die gesamte „Lebenslage“ der KlientInnen im Überblick zu erfassen,
um alle Ressourcen und Problemlagen sowie den Grad der Inklusion/Exklusion
der Person in relevante gesellschaftliche Bereiche zu überblicken.
In der Adaption auf den Arbeitsmarkt wurden alle vermittlungsrelevanten Lebensbereiche vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für eine Arbeitsmarktintegration bewertet. Das integrachart® umfasst folgende Dimensionen:
I Integrationsgrad in arbeitsmarktrelevante Systeme
1. Sozialversicherungssystem
2. Verkehrswesen
3. Weiterbildungssystem – Lebenslanges Lernen
4. Kommunikationssystem
5. Netzwerke für die Arbeitssuche
6. Unbescholtenheit
II Existenzielle Basis
1. Wohnen
2. Finanzielle Situation
III Persönliche Ausgangssituation
1. Gesundheitliche Situation
2. Berufliche Kompetenzen
3. Beherrschung der deutschen Sprache
4. Betreuungs- und/oder Pflegeaufgaben
5. Erfolgserwartung
Neben der systematischen Erfassung der Ausgangslagen ermöglicht das integrachart® auch die zu den jeweiligen Dimensionen gehörenden Interventionen und deren Ergebnisse zu dokumentieren. Folgende Ausschnitte aus dem integrachart® veranschaulichen dies:
Das integrachart®, das gleichzeitig für die Arbeit mit den KundInnen und als eine fundierte Analyse der Interventionsergebnisse eingesetzt werden kann, bietet mehrere Vorteile:
- Case ManagerInnen werden dabei unterstützt, alle für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt wichtigen Dimensionen auszuleuchten und gemeinsam mit den KundInnen zu einem ausdifferenzierten Bild über ihre Ausgangslage zu gelangen.
- Es wird deutlich, welche Problemlagen sich in welcher Ausprägung und in welchen Kombinationen hinter sogenannten „Mehrfachproblematiken“ verbergen.
- Die Verbindung von Problemlagen, Interventionen und Ergebnissen ergibt ein fundiertes Bild über die Wirksamkeit von Interventionen sowie erfolgversprechende Integrationspfade für erwerbsferne Personen mit spezifischen Problemkonstellationen.
- Es lässt sich ein Integrationsplan für die Betroffenen generieren, der einen einfachen Überblick über Ressourcen und Problemlagen in den unterschiedlichen Bereichen bietet.
Aktuell wird das integrachart® in Österreich von Projektträgern, die BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in ihrer Arbeitsmarktintegration begleiten, sowie von einer Organisation, die im Auftrag des AMS langzeitbeschäftigungslose KundInnen unterstützt, genutzt. Das Chart wird von den BeraterInnen als sehr hilfreich beschrieben. Dies weil es den Anamneseprozess strukturiert und einen schnellen Überblick über die Gesamtsituation der Person verschafft.

